Im Trialog durchs Emmental

 Der Trialog ist ein wertvoller Ansatz in der psychiatrischen Versorgung, bei dem Patienten, Angehörige und Fachpersonen auf Augenhöhe miteinander kommunizieren. Ziel ist es, ein gemeinsames Verständnis zu entwickeln, Vorurteile abzubauen und die Versorgung zu verbessern. 

Betroffene
Betroffenen-Arbeit ist ein innovativer Ansatz in der psychiatrischen Versorgung, bei dem Menschen mit eigener Erfahrungen in der psychischen Gesundheit als Peer-Berater tätig sind. Sie teilen ihre persönlichen Geschichten und bieten Unterstützung, die auf gegenseitigem Vertrauen basiert.

Angehörige
Angehörigenarbeit spielt eine zentrale Rolle in der psychiatrischen Versorgung. Durch eine enge Zusammenarbeit zwischen Patienten, Angehörigen und Fachpersonen kann eine umfassende und effektive Versorgung gewährleistet werden. Dabei ist eine bedeutende Rolle, indem sie ihre persönliche Erfahrungen und Perspektiven einbringen

Fachpersonen
In der Trialog-Arbeit spielen auch die Fachpersonen eine zentrale Rolle, um den Austausch zwischen Betroffenen und Angehörigen zu fördern. Die Aufgaben beinhalten: Moderation von Gesprächsrunden, Vermittlung von Fachwissen, Unterstützung der Kommunikation und Förderung der Zusammenarbeit. 

Über uns

Bei einem Herznotfall wissen alle, wie reanimieren. Hat jemand Anzeichen einer Depression, weiss kaum jemand, was zu tun ist. Dabei sind Depressionen viel häufiger als Herznotfälle. In Gesprächen und Weiterbildungen habe ich mir viel Wissen angeeignet über die psychische Gesundheit. Das möchte ich teilen. Und ich bin gut vernetzt. Ich kenne nicht nur die Fachstellen, sondern auch die Personen dahinter. Durch frühzeitige Erkennung und schnelle Hilfe kann viel Leid vermieden und in einer Krise sogar Leben gerettet werden. Das motiviert mich, als Pfarrerin und Samariterlehrerin bei emMENTAL mitzumachen.

Manuela Grossmann, Pfarrerin

Ich weiss, wie es sich anfühlt, wenn Hilfe fehlt –
und wie viel Kraft es braucht, trotzdem weiterzumachen.

Heute spreche ich als Betroffene laut über das, worüber noch immer zu oft geschwiegen wird.
Um aufzuklären, zu verbinden und Mut zu machen.

Weil psychische Gesundheit uns alle betrifft.
Weil sie noch immer ignoriert, missverstanden oder tabuisiert wird.

Ich will eine Stimme sein für jene, die oft überhört werden.
Und ich will etwas verändern – für uns alle. 


Sarina Wälti, Expertin durch Erfahrung

Ich bin überzeugt, dass in naher Zukunft Institutionen gezwungen sein werden, sich mit anderen Berufsgruppen und Systemen zu vernetzen, damit die Begleitung psychischer Nöte weiterhin gewährleistet bleiben kann. Der Alleingang wird der Vergangenheit angehören. Deshalb ist der Aufbau dieses Netzwerkes eine Notwendigkeit bei welchem ich mit Herzblut meinen Beitrag leisten will. 


Dora Niederhauser, dipl. Pflegefachfrau HF Psychiatrie 

Ungefähr jede fünfte Person hat im Verlauf des Lebens psychische Probleme, und dennoch ist psychische Gesundheit oft mit Scham und Schwäche behaftet. Dadurch wird die Inanspruchnahme von Hilfe erschwert. Durch die Mitwirkung im emMENTAL-Netzwerk Psychische Gesundheit möchte ich meinen Beitrag dazu leisten, diesem Stigma entgegenzuwirken, uns zu vernetzen und Angebote sichtbar zu machen. 

Iris Habegger, dipl. Pflegefachfrau HF Psychiatrie, Spitex Region Emmental

Aus beruflicher wie auch privater Erfahrung weiss ich, wie gut es tut, sich verstanden zu fühlen und zu merken: Ich bin nicht allein mit meinen Sorgen. Die Scham zu überwinden und sich getrauen anzusprechen, was einen bedrückt und tatsächlich auf Verständnis und offene Ohren zu stossen – das ermutigt und stärkt! Als sorgende Gemeinschaft füreinander präsent sein: Ein guter Grund, im Netzwerk emMENTAL mitzuwirken.


Katrin Scheidegger, Beratung / Sozialarbeit, Selbsthilfe BE

Meine psychischen Krisen und mein Weg der Genesung haben mir vor Augen geführt, wie wichtig Vernetzung und Austausch auf Augenhöhe zwischen Betroffenen, Angehörigen und Fachpersonen ist. Erst in offenen, wertschätzenden und tabufreien Gesprächen lassen sich Stigmata abbauen und Betroffene motivieren, frühzeitig Unterstützung zu suchen. Im Netzwerk psychische Gesundheit Emmental schaffen wir genau diese Begegnungsräume und sind gemeinsam eine starke Stimme für mentale Gesundheit im Emmental.

Andreas Wisler, Experte durch Erfahrung, Coach und Resilienztrainer

Wir alle erleben im Laufe unseres Lebens Krisen und psychische Belastungen, die einen aus der Bahn werfen. Meistens ist das ganze soziale System, Familie, Angehörige und Freunde mitbetroffen. Umso wichtiger ist es, nach einer Krise durch niederschwellige Hilfestellungen und Netzwerke den Umgang damit zu finden, um die Lebensqualität wieder zu erhöhen. Ich bin überzeugt, dass «emMENTAL- Netzwerk Psychische Gesundheit» für Familien und auch für Kinder und Jugendliche einen Beitrag leistet, gesund zu bleiben und zu werden. Ich freue mich dabei zu sein und im Netzwerk emMENTAL mitzuwirken. 

Cornelia Weller, Systemische Einzel- Paar und Familientherapeutin, MAS/systemis

Viele psychische Krisen entstehen schleichend – oft bleiben Warnzeichen unbemerkt oder werden verdrängt. Genau hier setze ich an. Ich glaube: Prävention kann ein Schlüssel sein.

Ich begleite Frauen raus aus Selbstzweifeln, Perfektionismus und ständigem Vergleichen – bevor daraus eine Erschöpfung entsteht. In meiner Arbeit erlebe ich, wie kraftvoll es ist, wenn Menschen auf ihre innere Stimme hören, eigene Gedankenmuster hinterfragen und frühzeitig Unterstützung annehmen. Ich bin bei emMENTAL, weil ich sensibilisieren will: Für einen offenen Umgang mit psychischer Belastung und für die Kraft präventiver Begleitung.

Katrin Schneider, Betriebliche Mentorin eidg. FA, www.ganzohrsein.ch

Menschen in belastenden Lebenssituationen zu helfen Wege aus der Krise zu finden motiviert mich, mich persönlich in dieses Projekt einzubringen. Als Mitglied des Kirchgemeinderates der Reformierten Kirche Langnau erlebe ich das Projekt emMENTAL – Netzwerk für psychische Gesundheit als eine äusserst wertvolle Initiative. Es vernetzt kirchliche und nichtkirchliche Akteur:innen, sensibilisiert für psychische Gesundheit und bietet niederschwellige Unterstützung. Das grosse Engagement der reformierten Kirchgemeinde zeigt für mich eindrücklich, wie Kirche Verantwortung übernimmt und zur Stärkung der psychischen Gesundheit in unserer Region beiträgt.

Monika Kühni, Reformierte Kirchgemeinderätin

Anita Schürch, Berner Fachhochschule - Gesundheit

Franziska Eigenmann, Expertin durch Erfahrung Angehörige

Daniela Schwarz, Gemeinderat Signau

Maria Kühn, Beziehungs., Lebens- und Sexualberaterin, Beratungsstelle Ehe, Partnerschaft und Familie

Lebana Wegmüller, Integrative Paar- und Sexualberaterin

Sandra Stucki, Freiberufliche Pflegefachfrau bei daheime-blybe, Gründerin Angehörigentreff Signau

Therese Stalder, Freiberufliche Pflegefachfrau bei daheime-blybe

Die Angebote des Vereins emMENTAL – Netzwerk psychische Gesundheit werden ab Januar 2026 schrittweise lanciert und kontinuierlich weiterentwickelt. Die Berner Fachhochschule begleitet und evaluiert diesen Umsetzungsprozess.